Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Neurofeedback und ADHS

 

Wichtige Studien, die den Einfluss von Neurofeedback bei ADHS zeigen:

Van Doren et al. (2018). Sustained effects of neurofeedback in ADHD: A systematic review and meta-analysis. European Child & Adolescent Psychiatry.

Die folgende Meta-Analyse und systematischer Review untersucht die Daten von mehr als 500 Kindern mit ADHS und vergleicht die Ergebnisse von evidenzbasiertem Neurofeedback mit "aktiven" Behandlungen (einschl. Medikamentengabe) und inaktiven (keine Behandlung) Bedinungen. Um die Daten kritisch zu interpretieren, haben Forscher mit unterschiedlichen Ansichten zu Neurofeedback zu dieser Studie beigetragen. Sie folgerten, dass Neurofeedback - im Gegensatz zur aktiven "Medikamentengruppe" - zu deutlichen Verbesserungen der ADHS-Symptomatik über 6 Monate nach Therapieende hinaus führt, ohne dass weitere Therapiesitzungen erforderlich sind. Im Follow-up war die Wirkung von Neurofeedback vergleichbar mit der von Medikamenten.

Strehl et al. (2017) Neurofeedback of Slow Cortical Potentials in Children with Attention-Deficit/Hyperactivtiy Disorder (ADHD): A Multicenter Randomized Trial Controlling for Unspecific Effects. Frontier in Human Neuroscience, 11.

Die bis heute größte multizentrische randomisierte Studie zum SCP-Neurofeedback (durchgeführt mit dem THERA PRAX®) bei 150 Kindern mit ADHS. Die Studie bestätigt die spezifische Wirksamkeit des SCP-Neurofeedback auf die Kernsymptome der ADHS im Vergleich mit einer semi-aktiven Kontrollgruppe. Dies belegt die Durchführbarkeit und vor allem die Wirksamkeit von SCP-Neurofeedback bei Kindern mit ADHS in einer großen Stichprobe und unter Einbezug von spezifischen und unspezifischen Effekten.

Arns et al. (2009). Efficacy of neurofeedback treatment in ADHD: The effects on inattention, impulsivity and hyperactivity: A meta-analysis. Clinical EEG and Neuroscience40(3), 180-9. 

Diese erste Meta-Analyse zu Neurofeedback bei ADHS zeigt große Effektstärken in den Bereichen der Unaufmerksamkeit und Impulsivität als Kernsymptome von ADHS. Die meisten dieser Studien beziehen sich auf "Standard"-Neurofeedback-Protokolle z. B. Theta/Beta (TBR) oder das Feedback der langsamen kortikalen Potentiale (SCP).

Arns et al. (2014). Evaluation of neurofeedback in ADHD: The long and winding road. Biological Psychology95, 108-15.

Der folgende Review stellt ein Update zur oben genannten Meta-Analyse dar.  Er beinhaltet Studien, die seit 2009 veröffentlicht wurden. Außerdem befasst sich der Artikel ausführlich mit der Evaluierung des Neurofeedbacks. Unterschiede zwischen den verschiedenen Methoden des Neurofeedbacks sowie Fragestellungen zur Methode werden diskutiert.

Arns et al. (2012). The effects of QEEG-informed neurofeedback in ADHD: An open-label pilot study. Applied Psychophysiology and Biofeedback37(3), 171-80

Das nachfolgende Manuskript stellt die Ergebnisse des “individualisierten” Neurofeedbacks – des sogenannten QEEG-basierten Neurofeedbacks - vor. Diese Methode wenden wir in den neuroCare Therapiezentren / bei Brainclinics an. Der Text zeigt außerdem, wie die klinischen Behandlungseffekte durch die Personalisierung des Neurofeedbacks sowohl in dieser Studie, als auch in einer früheren Studie einer unabhängigen Forschergruppe, potenziell verdoppelt werden können.

Nachfolgend finden Sie verschiedene Milestone-Studien unabhängiger Forschungsgruppen, welche die Wirksamkeit von SCP und Theta/Beta-Neurofeedback bei der Behandlung von ADHS demonstrieren:

Heinrich et al. (2004) Training of Slow Cortical Potentials in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Evidence for Positive Behavioural and Neurophysiological Effects. Biological Psychiatry, 55(7), 772-5

Die erste Studie beschreibt das Training der langsamen kortikalen Potentiale (SCP) bei ADHS.

Strehl et al. (2006) Self-Regulation of Slow Cortial Potentials: A New Treatment for Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Pediatrics118(5)

Eine zweite unabhängige kontrollierte Studie zum SCP-Neurofeedback bei ADHS.

Gani et al. (2008) Long Term Effects after Feedback of Slow Cortical Potentials and of Theta-Beta-Amplitudes in Children with Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD). Int J Bioelectromagn, 10(4)

Ergebnisse einer Follow-up-Studie: die klinischen Effekte des SCP-Trainings bei Kindern mit ADHS sind auch zwei Jahre nach der Therapie noch erhalten.

Gevensleben et al. (2009) Is Neurofeedback an Efficacious Treatment for ADHD? A Randomised Controlled Clinical Trial. Journal of Child Psychology and Psychiatry, And Allied Disciplines, 50(7), 780-9

Die erste große multizentrische randomisierte kontrollierte Studie vergleicht die Wirksamkeit von SCP- und Theta/Beta-Neurofeedback bei ADHS mit einer semi-aktiven Kontrollgruppe mit einem Aufmerksamkeitstraining.

Gevensleben et al. (2010). Neurofeedback Training in Children with ADHD: 6-Month Follow-Up of a Randomised Controlled Trial. European Child & Adolescent Psychiatry, 19(9), 715-24

Eine weitere Follow-up-Studie zur oben genannten Studie von Gevensleben et al. (2009) zeigt, dass die klinischen Effekte des Neurofeedbacks sechs Monate nach der Therapie fortbestehen.

Steiner et al. (2014) In-School Neurofeedback Training for ADHD: Sustained Improvements From A Randomized Control Trial. Pediatrics, 133(3), 483 - 92

Auch diese multizentrische randomisierte kontrollierte Studie mit TBR Neurofeedback aus den USA zeigt, dass die klinischen Effekte nach dem Follow-up noch nachweisbar sind.

Mayer et al. (2015) Neurofeedback of Slow Cortical Potentials as a Treatment For Adults with Attention Deficit-Hyperactivity Disorder. Clinical Neurophysiology.

Die ersten Ergebnisse einer kontrollierten Studie zum SCP-Neurofeedback bei Erwachsenen mit ADHS.

Holtmann et al. (2014) Neurofeedback in Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) - A Controlled Multi-centre Study of a Non-Pharmalogical Treatment Approach. BMC Pediatrics. 14, 202

Design der bis heute größten multizentrischen Studie zum SCP-Neurofeedback (mit dem THERA PRAX®) bei Kindern mit ADHS: Laut Vorträgen auf Konferenzen sind die klinischen Ergebnisse positiv und stehen kurz vor der Veröffentlichung.

Weitere Reviews zur Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS:

Mayer, K., & Arns, M. (2016). Electroencephalogram Neurofeedback: Application in ADHD and Epilepsy. Psychiatric Annals46(10), 594-600.

in Review über die Wirksamkeit von Neurofeedback bei psychischen Störungen. Zusätzlich werden die spezifischen Neurofeedback-Protokolle, die als effektiv bei der Behandlung von ADHS gelten, diskutiert.

Gevensleben et al. (2012). Neurofeedback in children with ADHD: Validation and challenges. Expert Review of Neurotherapeutics12(4), 447-60. doi:10.1586/ern.12.22

Ein Review über die Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS von Gevensleben et al. (2012).

Mayer et al. (2013) One size fits all? Slow Cortical Potentials Neurofeedback: A Review. Journals of Attention Disorders, 17(5), 393 - 409

Ein Review über SCP-Neurofeedback bei ADHS von Mayer, Wyckhoff & Strehl.

Cortese et al. (2016) Neurofeedback for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Meta-Analysis of Clinical and neuropsychological outcomes from randomized controlled trials. Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Es folgen ein kritischer Review sowie eine Metaanalyse durch die European ADHD-Guidelines Group. Dieser Review beruft sich vor allem auf Lehrerbeurteilungen, als die objektiveren Indikatoren für eine Besserung der Symptome. Unter Berücksichtigung aller Studien – einschließlich einiger Ansätze, die bekanntermaßen unwirksam sind – gab es keine signifikanten Effekte im Lehrerurteil. Beschränkt sich die Meta-Analyse jedoch, wie von Arns, Heinrich und Strehl (2014) empfohlen, nur auf die standardisierten Neurofeedback-Protokolle, finden sich in der Bewertung durch die Eltern und auch durch die Lehrer signifikante Verbesserungen. Dies stützt den Ansatz der neuroCare, nur evidenzbasierte Neurofeedback-Protokolle (wie SCP, TBR und SMR-Neurofeedback) zu befürworten.


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