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Vom Labor zur Klinik: Die fortschreitende Entwicklung der tES-Technologien

Januar 28, 2026 - neurocare group

Vom Labor zur Klinik: Professor Andrea Antal über die fortschreitende Entwicklung der tES-Technologien

Professor Andrea Antal, Vizepräsidentin der Europäischen Gesellschaft für Hirnstimulation, erörtert die aktuelle wissenschaftliche, regulatorische und klinische Landschaft der transkraniellen Elektrostimulation (tES) und verwandter Technologien. Mit über 25 Jahren Erfahrung ist Professor Antal entscheidend an der Entwicklung von Sicherheitsrichtlinien und der Förderung der Forschung in diesem Bereich beteiligt.

Ein neues Interview mit Professor Antal, das jetzt auf YouTube veröffentlicht wurde, befasst sich eingehend mit diesen Themen. Sehen Sie sich das Interview hier an. (in Englisch)

Karriere und Forschungshintergrund
Andrea Antal begann ihre wissenschaftliche Laufbahn in Ungarn und forschte später in den Vereinigten Staaten und Deutschland. Derzeit leitet sie das Labor für nicht-invasive Hirnstimulation an der Universitätsmedizin Göttingen. Ihre Arbeit umfasst die Bereiche Elektrophysiologie, Sicherheit und ethische Standards sowie die Entwicklung neuer Stimulationsprotokolle.

Sicherheit und ethische Überlegungen
Sicherheit ist ein zentrales Anliegen bei der Anwendung von Hirnstimulationstechniken. Professor Antal betont, dass tES und verwandte Methoden zwar im Allgemeinen gut vertragen werden, dass aber strenge Sicherheitsprotokolle und die Überwachung durch medizinisches Fachpersonal unerlässlich sind. Internationale Richtlinien, die in Zusammenarbeit entwickelt wurden, bieten einen Rahmen für den sicheren und effektiven Einsatz sowohl in der Forschung als auch im klinischen Bereich.

Regulatorisches Umfeld
Jüngste Änderungen der europäischen Vorschriften für Medizinprodukte haben neue Anforderungen für die Zulassung und Verwendung von Hirnstimulationsgeräten eingeführt. Diese Änderungen haben die Komplexität und Dauer von Zulassungsverfahren erhöht, insbesondere bei Studien mit neuen Protokollen oder Indikationen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft arbeitet weiterhin mit den Aufsichtsbehörden zusammen, um sicherzustellen, dass die Vorschriften auf aktuellen Erkenntnissen beruhen und sowohl Innovation als auch Patientensicherheit unterstützen.

Zugänglichkeit und klinische Anwendung
Im Interview wird die Notwendigkeit eines breiteren Zugangs zu Neuromodulationstherapien angesprochen. Zwar sind qualitativ hochwertige Geräte und Protokolle verfügbar. Faktoren wie Regulierungsverfahren und Erstattungsrichtlinien können die Zugänglichkeit jedoch beeinträchtigen. Gemeinsame Forschung und harmonisierte Ausbildungsstandards sind wichtige Schritte, um diese Behandlungen breiter zugänglich zu machen.

Heimbasierte und personalisierte Therapien
Es besteht ein wachsendes Interesse an der überwachten häuslichen Hirnstimulation, da sie den Komfort und die Zugänglichkeit für Patientinnen und Patientenschreib verbessern kann. Professor Antal befürwortet die Entwicklung von fernüberwachten Protokollen, vorausgesetzt, dass die Sicherheit und Wirksamkeit durch medizinisches Fachpersonal überwacht werden.

Die Personalisierung der Behandlung, einschließlich der Verwendung von Biomarkern und individualisierten Protokollen, ist ein aktiver Forschungsbereich, auch wenn die praktische Umsetzung nach wie vor eine Herausforderung darstellt.

Direct-to-Consumer- und DIY-Geräte
Die zunehmende Verbreitung von Do-it-yourself- und Direct-to-Consumer-Geräten zur Hirnstimulation wirft Sicherheits- und ethische Bedenken auf. Professor Antal rät, nur klinisch validierte, qualitätsgeprüfte Geräte zu verwenden, und zwar immer unter professioneller Aufsicht. Dieser Ansatz minimiert die Risiken und unterstützt optimale Ergebnisse.

Zukünftige Richtungen
Die Forschung wird fortgesetzt, um die Präzision und Wirksamkeit der Hirnstimulation zu verbessern. Dazu gehören die Entwicklung neuer Stimulationsmodalitäten sowie die Identifikation von Biomarkern für eine personalisierte Behandlung. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, regulatorische Prozesse zu vereinfachen und den Zugang zu den Therapien zu erweitern, damit die Fortschritte in der Neuromodulation möglichst vielen Patientinnen und Patienten zugute kommen.

Fazit
Die Erkenntnisse von Professor Andrea Antal verdeutlichen die Fortschritte und die bestehenden Herausforderungen bei der nicht-invasiven Hirnstimulation. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Forschern, Klinikern und Aufsichtsbehörden ist unerlässlich, um das Feld voranzubringen und sichere, wirksame und zugängliche Behandlungen zu gewährleisten.

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