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neuroCare Therapiezentrum München

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Wie wirkt rTMS bei Depression?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ursachen für Depression zum Großteil mit Aktivität im frontalen Kortex (dem Frontallappen oder dorsolateralen präfrontalen Kortex – DLPFC) zusammenhängen. Insbesondere gilt dies für die Kommunikation zwischen DLPFC und dem tieferen anterioren cingulären Cortex (ACC). Bei Depression ist die Kommunikation zwischen DLPFC und ACC gestört.

Die rTMS richtet sich speziell auf diese kleine Region (DLPFC), meist frontal rechts. Die wiederholte Stimulation dieser Region verbessert die Kommunikation zwischen diesen Strukturen und verringert die Symptome der Depression. Dieser Effekt hält in der Regel sechs bis zwölf Monate lang an.

Aufgrund des zyklischen Verlaufs der Depression kann mit einem Behandlungsblock üblicherweise eine lang anhaltende Verbesserung erzielt werden, ohne dass zusätzliche Sitzungen notwendig sind. Sollten die Symptome zurückkehren, können einige Auffrischungssitzungen helfen, den antidepressiven Effekt aufrecht zu erhalten. 

Die rTMS zeigt meist in zehn bis zwölf Sitzungen erste Effekte, aus denen abschätzbar ist, ob die Therapie erfolgreich sein wird oder nicht. Üblicherweise sprechen 78 % der Patienten gut auf rTMS an und es werden (fast) keine Nebenwirkungen berichtet. In einer neueren Studie der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA wurde die rTMS als eine sichere Behandlungsmethode bewertet. Außerdem kann die rTMS dabei helfen, die Dosis antidepressiver Medikamente zu reduzieren.

Zum Vergleich: Mehr als 40 % der Patienten mit Depressionen sprechen nicht auf die Behandlung mit Antidepressiva an (z.B. Paroxetin, Venlafaxin, Citalopram, Mirtazapin or Doxepin)!

Antidepressiva werden häufig verschrieben, weil ihre Wirkung und das Behandlungsergebnis bekannt sind. rTMS ist immer noch recht neu und deshalb noch nicht sehr verbreitet. Auf diesen Seiten erklären wir Ihnen die Vor- und Nachteile.

Einen Überblick über die Therapieergebnisse in unserer Praxis finden Sie unter Ergebnisse. Seit Kurzem wird rTMS außerdem bei Zwangsstörungen (OCD) angewendet. 


Behandlung mit rTMS oder Medikamenten?

Die meist verschriebenen Medikamente bei Depressionen sind:

  • Tri-zyklische Antidepressiva (TCAs), wie Doxepin
  • Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), wie Paroxetin und Citalopram
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs), wie Venlafaxin. 

Zusätzlich zu Antidepressiva wird gelegentlich auch die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) bei einer kleinen Zahl an Patienten angewendet.

Vorteile von Antidepressiva:

  • Die mutmaßliche Wirkung wurde ausführlich untersucht und nachgewiesen.
  • Antidepressiva sind leicht verfügbar.

Nachteile Antidepressiva:

  • Die Wirkung tritt meist erst nach drei bis vier Wochen ein.
  • Die Wirksamkeit eines einzelnen Medikamentes liegt bei nur ca. 40 %.
  • Es besteht das Risiko einer Überdosierung (insbesondere bei tri-zyklischen Antidepressiva).
  • Die Kombination mit anderen Medikamenten und/oder Alkohol kann problematisch sein.
  • Das Absetzen der Medikamente kann zu Problemen führen.
  • Es besteht ein erhöhtes Suizidrisiko (besonders bei Jugendlichen).
  • Durch die systemische Behandlung können Nebenwirkungen auftreten, wie Übelkeit, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Insomnie, verminderte Libido, Gedächtnisverlust, Herzrasen, Mundtrockenheit und Alpträume.

Die Behandlung mit rTMS

Die rTMS mag auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen, weil hier mit magnetischer Stimulation gearbeitet wird. Es wurden jedoch ausführliche wissenschaftliche Studien unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt, um die Wirkung der rTMS nachzuweisen. Außerdem hat die rTMS fast keine Nebenwirkungen und gilt deshalb als eine sichere Therapie (entsprechend einer Bewertung durch die FDA).

Vorteile der rTMS Behandlung:

  • Die ersten Effekte sind bereits in zehn Sitzungen (zwei bis drei Wochen) spürbar.
  • Ein lang andauernder Effekt setzt bereits nach vier bis acht Wochen intensiver Behandlung ein.
  • Die lokal begrenzte Behandlung geht mit keinen oder nur geringen Nebenwirkungen einher. Mögliche Nebenwirkungen sind: Kopfschmerz und vorübergehendes Unbehagen in der Region der Stimulation.

Nachteile der rTMS Behandlung:

  • Es handelt sich um eine neue und teilweise experimentelle Therapiemethode.
  • In manchen Fällen sind nach sechs bis zwölf Monaten einige Auffrischungssitzungen notwendig, um den Effekt zu erhalten.

Bei wem kann die rTMS-Therapie angewendet werden?

Die rTMS ist für Patienten mit milden bis starken Depressionssymptomen geeignet. Die Therapie wird häufig bei Patienten mit therapieresistenter Depression angewendet oder bei Patienten, die nicht auf Antidepressiva wie Paroxetin, Verlafaxin oder Citalopram ansprechen. Studien zeigen, dass auch Patienten mit milderen Formen der Depression sehr von der rTMS profitieren.


Kontraindikationen

Wenn Sie unter Depression leiden, könnte rTMS für Sie in Frage kommen. Es gibt einige wenige Beschwerden, bei denen rTMS - nach aktuellem Wissensstand - nur geringe Erfolgsaussichten hat:

  • schizophrene Symptome,
  • schwere Persönlichkeitsstörungen,
  • bipolare Depressionen.

Bei den folgenden Gegenanzeichen ist die rTMS ausgeschlossen:

  • bei Epilepsie,
  • bei bestehender oder geplanter Schwangerschaft,
  • nach Schlaganfall
  • bei psychotischer Depression

Falls Sie das nicht zugelassene Medikament Parnate (Tranylcypromin) einnehmen, kontaktieren wir zuerst Ihren verschreibenden Arzt.