Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur rTMS

Funktioniert rTMS?

Unsere wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass nach 21 Sitzungen bei durchschnittlich 78 % der Patienten eine Besserung der Symptome um 70 bis 80% eintritt. Dazu wird eine Kombination aus rTMS und Psychotherapie eingesetzt.

Warum funktioniert es so gut?

Das liegt an der Kombination. Die rTMS wirkt sehr schnell antidepressiv und die Psychotherapie verstärkt und verlängert diese Wirkung.

Kann ich nur rTMS, ohne kognitive Verhaltenstherapie, erhalten?

Von der Behandlung mit rTMS ohne begleitende Beratung raten wir ab, da sie einen wesentlich geringeren Effekt hat.

Wie viele Sitzungen brauche ich?

Im Durchschnitt benötigen unsere Klienten etwa 20 Sitzungen. Die beste Wirkung der rTMS-Behandlung wird erreicht, wenn pro Woche 2-3 Sitzungen durchgeführt werden. Normalerweise setzt innerhalb von acht bis zwölf Sitzungen eine spürbare Besserung ein.

Wird die Behandlung erstattet?

Die Behandlung mit rTMS ist keine Regelleistung der Gesetzlichen Krankenkassen. Kontaktieren Sie daher Ihre Gesetzliche Krankenkasse, um eine Einzelfallprüfung zu erwirken. Die Kostenübernahme der rTMS Behandlung durch Ihren Private Krankenversicherungsträger sollten Sie ebenfalls schon im Vorfeld abklären.

Warum ist die Behandlung teurer als konventionelle Behandlungen?

Die rTMS ist eine neue Behandlungsmethode und erfordert hochwertige Geräte und eine gute Ausbildung. Die Therapeuten der neuroCare sind durch die Teilnahme an zahlreichen Schulungen, Weiterbildungen und Konferenzen auf diese Behandlung spezialisiert und können Ihnen deshalb eine ausgezeichnete Behandlungsqualität garantieren. Zum Vergleich: In den USA kostet eine einzelne Sitzung dieser Behandlung zwischen 300 $ und 400 $. Wir versuchen, die Kosten so realistisch wie möglich zu halten.

Hat rTMS Nebenwirkungen?

Die Anwendung der rTMS kann Nebenwirkungen haben. Die häufigste Nebenwirkung sind leichte Kopfschmerzen. Diese können in der Regel mit einem leichten Schmerzmittel gut behandelt werden können.

Wenn sich die Spule entlädt, hören Sie einen „Klick-Ton“. Die Lautstärke variiert je nach Stärke der Stimulation. Dies kann vorübergehend zu einer Herabsetzung der Schwelle für Gehörschädigungen führen. Während der Behandlung können daher Ohrstöpsel verwendet werden.

Außerdem wurde während der Erprobungsphase des rTMS in einem Fall von einem epileptischen Anfall berichtet. Wie groß das Risiko für einen Anfall im Einzelfall ist, hängt in erster Linie von den individuellen Risikofaktoren des Klienten ab. Personen mit einem allgemein erhöhten Anfallsrisiko haben auch in Folge der Behandlung mit rTMS ein erhöhtes Risiko einen Anfall zu erleiden.
Diese Risikogruppe beinhaltet unter anderem Personen mit:

  • Epilepsie oder ein Anfall in der Vergangenheit
  • früherer Schlaganfall oder Infarkt
  • Gehirntumore und Operationen am Gehirn
  • Bei Personen aus dieser Risikogruppe wenden wir grundsätzlich keine rTMS an. Wir führen zusätzlich ein Q-EEG durch, um mögliche Risiken zu identifizieren. In etwa 5% aller Q-EEG-Messungen finden wir Abweichungen. Allerdings ist hier eine rTMS in den meisten Fällen möglich.

Bei der Anwendung der tTMS folgen wir den international festgelegten Sicherheitsrichtlinien. Das Risiko eines Anfalls ist äußerst gering für Personen, die noch nie einen epileptischen Anfall oder andere der oben genannten Beschwerden hatten.

Verursacht rTMS Schmerzen?

Im Allgemeinen beschreiben unsere Klienten das „magnetische Klopfen“ anfänglich als lästig, aber nicht schmerzhaft. Erfahrungsgemäß gewöhnen sie sich aber nach ein paar Sitzungen an dieses Gefühl.

Ist die Wirkung von rTMS lang andauernd?

Anhand der Anzahl der Klienten, die zum Follow-up zu uns kommen, können wir tendenziell schlussfolgern, dass die Kombination von rTMS und Psychotherapie bei der Mehrheit der Klienten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten hinweg wirksam ist.
Unsere Daten zeigen, dass sechs Monate nach Ende der Therapie auf der Depressionsskala (BDI) wesentlich niedrigere Werte als zum Zeitpunkt der Aufnahme gemessen wurde.

Falls die Depression mit der Zeit zurückkommt, können einige zusätzliche Sitzungen die Wirkung wieder aktivieren. Einige Klienten entscheiden sich vorbeugend für Auffrischungssitzungen einmal im Monat oder alle zwei bis drei Monate. Für Klienten mit einem Rückfall empfehlen wir ebenfalls Auffrischungssitzungen, um weiteren Verschlechterungen vorzubeugen.

Was ist der Unterschied zur Elektrokonvulsionstherapie (EKT?)

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die rTMS bei Depression genauso wirksam wie die EKT ist. Allerdings muss der Klient für eine rTMS-Behandlung nicht (stationär) in einem Krankenhaus aufgenommen werden.

Im Gegensatz zur rTMS hat die EKT außerdem (manchmal schwere) Nebenwirkungen.
Wir vergleichen Depressionen manchmal mit einem „elektrischen Fehler“ im Computer im Raum 23 in der 5. Etage eines großen Gebäudes. Mit einem Elektroschock wird der Stillstand des gesamten Gebäudes herbeigeführt, um den Fehler zu beheben. Mit der rTMS greifen wir nicht in das gesamte Gebäude ein, sondern wissen genau, in welcher Etage und in welchem Raum wir ansetzen müssen.

Wenn Sie in der Vergangenheit bereits einmal eine EKT hatten, die nicht erfolgreich war, ist es eher unwahrscheinlich, dass die rTMS bei Ihnen wirken wird.

Worin unterscheiden sich rTMS und Neurofeedback?

Neurofeedback wurde ausführlich in der Behandlung von ADHS, Schlaf und Epilepsie untersucht. Für die Depression gibt es allerdings nur sehr wenige Forschungsarbeiten unter kontrollierten Bedingungen. Deshalb kann Neurofeedback im Moment nicht als eine evidenzbasierte Behandlungsform für Depressionen angesehen werden. Die Anwendung der rTMS bei Depressionen hingegen ist intensiv erforscht und bietet daher eine größere und sicherere Aussicht auf Erfolg.

Kann man mit rTMS auch bipolare Störungen oder Angst behandeln?

Die Wirkung der rTMS ist auf die Beschwerden ausgerichtet, d. h. sie verbessert Stimmung und depressive Symptome. Sie wirkt daher am besten bei unipolaren Störungen. Die Wirkung bei bipolarer Störungen (oder manischer Depression) sind begrenzt. Aus diesem Grund wenden wir die rTMS bei diesem Störungsbild prinzipiell nicht an.

Angstzustände und Depression treten häufig zusammen auf. Die rTMS setzt an der Depression an, die Psychotherapie an der Angst.

Bin ich nach der Behandlung fahrtüchtig?

Im Gegensatz zu einigen Medikamenten beeinträchtigt die rTMS Ihre Fahrtüchtigkeit nicht. Eventuell macht Sie die intensive Behandlungserfahrung etwas müde. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie selbst noch fahren können, sollten Sie eine Begleitperson mitbringen.

Sollte ich meine Antidepressiva absetzen?

Die rTMS-Therapie kann eine gute Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten und beim Vermeiden eines Rückfalls bieten. Es ist allerdings nicht notwendig, vor Beginn der Behandlung die Medikamente zu reduzieren oder abzusetzen. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Psychiater, wenn Sie weniger oder gar keine Medikamente mehr nehmen möchten.

Warum ist die QEEG-Untersuchung notwendig?

Dafür gibt es zwei Gründe.
Zum einen aus Sicherheitsgründen. Wir schauen uns das QEEG an und entscheiden danach, ob die Behandlung für Sie in Frage kommt. Bei ca. fünf Prozent der Bevölkerung tritt ein bestimmtes Gehirnaktivitätsmuster auf, das keine rTMS erlaubt. Hier liegt ein erhöhtes Anfallsrisiko vor. (Wenn wir diese Aktivität nachweisen, muss zuerst ein Arzt oder Psychiater der weiteren Behandlung zustimmen).

Zum anderen ermöglicht es uns die Behandlung individuell auf Ihre persönliche Situation abzustimmen.

Kann man sich einfach zur Behandlung anmelden?

Wenn Sie Depressionen haben, kann die rTMS-Behandlung für Sie in Frage kommen. Es gibt jedoch Probleme, bei denen wir schon im Vorfeld sagen können, dass die rTMS wahrscheinlich weniger wirksam sein wird.
Diese sind:
• psychotische Symptome oder Schizophrenie
• schwere Persönlichkeitsstörungen
• bipolare Störung oder manische Depression
• erfolglose Behandlung mit EKT

Sie können keine rTMS-Behandlung erhalten, wenn Sie:
• Epilepsie haben
• schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen
• einen Schlaganfall hatten
• an psychotischer Depression leiden.

Außerdem halten wir Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, falls Sie das nicht-zugelassene Medikament Parnate verschrieben bekommen haben.

Brauche ich eine Überweisung von meinem Hausarzt?

Eine Überweisung ist nicht notwendig. Allerdings ist häufig eine enge Abstimmung mit dem behandelnden Haus- oder Facharzt hilfreich.

Gibt es eine Warteliste?

Ja, üblicherweise gibt es eine (kurze) Warteliste mit variierenden Wartezeiten. Bitte kontaktieren Sie uns daher telefonisch oder per E-Mail, um aktuell verfügbare Termine zu erfragen.

Wird die rTMS Therapie stationär durchgeführt?

Nein, die Behandlung ist ambulant.