EMDR (Eye Movement Desensitisation and Reprocessing)

Bestimmte Ereignisse können das Leben eines Menschen tiefgreifend beeinflussen. Diese Erfahrungen können zu dauerhaften psychischen Problemen führen. EMDR (deutsch: Augenbewegungs-Desensibilisierung und Wiederaufarbeitung) ist eine Therapieform für Menschen, die ein traumatisches Erlebnis nicht verarbeiten können und dessen Folgen dauerhaft spüren. Dies können sich wiederholende unangenehme Erinnerungen sein, einschließlich angsteinflößender Bilder und Alpträume. Andere häufige Symptome sind Schreckhaftigkeit und Vermeidungsreaktionen. EDMR ist bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) und traumabedingten Ängsten, aber auch bei verschiedenen anderen psychischen Störungen (Angst, Anspannung, Depression und Burnout) wirksam, wenn diese durch negative Erfahrungen hervorgerufen wurden.

Die EMDR umfasst eine Reihe von Vorgängen, mit denen diese Erfahrungen verarbeitet werden. Zu Beginn fordert der Therapeut den Patienten auf, sich an das Ereignis, einschließlich der zugehörigen Bilder, Gedanken und Gefühle zu erinnern. Dann bewegt der Therapeut seine Finger ca. 20 Sekunden lang in horizontaler Richtung und der Patient folgt diesen Bewegungen mit seinen Augen. Anschließend holt der Patient tief Luft und sagt, was er fühlt. Nun folgt er wieder mit den Augen den Bewegungen seines Therapeuten. Auf diese Art verarbeitet der Patient alle Aspekte der Erinnerung. Die Sitzungen führen Schritt für Schritt dazu, dass die erinnerte Situation ihre emotionale Aufladung verliert. Der Patient wird schließlich immer leichter an das Erlebnis zurückdenken können. 

EMDR ist eine relativ kurzzeitige Therapieform. Allerdings variiert die Anzahl der notwendigen Sitzungen. Die Forschung hat gezeigt, dass ca. 90% der Patienten nach drei EMDR-Sitzung von je 90 Minuten Dauer keine Symptome einer Posttraumatische Belastungsstörung mehr zeigen. EMDR ist ab einem Alter von sechs Jahren wirksam.