Depression: Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden

„Man empfindet keine Freude mehr, man ist müde, man fühlt ist ständig traurig und kann sich nicht aufraffen, etwas zu tun.“

Viele Menschen kennen das Gefühl, niedergeschlagen zu sein. Im Gegensatz zu einer Depression verschwinden diese Beschwerden häufig nach wenigen Tagen wieder. Zum Entstehen einer depressiven Episode tragen verschiedene Faktoren bei:

Studien zeigen, dass sowohl „biologische“ als auch Umweltfaktoren bei der Depression eine Rolle spielen. Außerdem kann eine erblich bedingte Veranlagung zu Depression vorliegen, wobei die genauen genetischen Ursachen - auch zehn Jahre nach Abschluss des Human Genome Projektes - immer noch nicht geklärt sind. Von Bedeutung sind auch bestimmte Botenstoffe im Gehirn, wie Serotonin, Wachstumsfaktoren, wie z.B. BDNF, und ein Ungleichgewicht der Gehirnaktivität zwischen dem linken und dem rechten frontalen Kortex.

Andererseits ist auch bekannt, dass sowohl schwerwiegende emotionale oder traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit als auch emotionale Vernachlässigung das Risiko erhöhen können, an einer Depression zu erkranken. Im Folgenden beschreiben wir die Depression, ihre Symptome und mögliche Ursachen ausführlicher.

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Was ist Depression?

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und unterscheiden sich von der normalen „Traurigkeit“ durch Art und Dauer der Symptome. Um von einer Störung mit Krankheitswert zu sprechen, müssen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen fünf von neun Symptomen auftreten, darunter eine depressive Verstimmung und/oder ein deutlich vermindertes Interesse. Die Symptome müssen überdies die Lebensqualität des Betroffenen stark beeinträchtigen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass etwa 6 % der Erwachsenen in Deutschland derzeit an einer depressiven Episode leiden. Das sind mehr als 3 Millionen Menschen. Man kann davon ausgehen, dass jeder Siebte im Verlauf des Lebens einmal an einer Depression erkrankt. Dabei ist nicht jede depressive, düstere oder traurige Stimmung eine psychische Erkrankung. Die Depression ist keine negative Stimmungslage, von der man sich leicht „erholen“ kann. Sie hat auch nichts mit persönlicher Schwäche oder Fehlern zu tun. Sie ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die Menschen jeden Alters treffen kann. Mehr als die Hälfte der Betroffenen erfahren eine drastische Verschlechterung ihres Soziallebens: Erhöhte Arbeitsfehlzeiten, weniger Sozialkontakte, Probleme in Familie und Partnerschaft. Häufig führt eine Depression zu einer zeitweiligen oder dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. 

Im Allgemeinen zeigt sich, dass Frauen etwa doppelt so häufig von Depression betroffen sind und häufiger an einer Depression erkranken als Männer. Allerdings sind Krankheitsverlauf und Rückfallhäufigkeit bei Männern und Frauen annähernd gleich.

Klinische Depression

Eine (klinische) Depression ist eine Affektstörung, die sich durch den Verlust von Lebensfreude oder eine schwere depressive Verstimmung ausdrückt. Wenn die Depression nicht richtig behandelt wird, kann sie sich verschlechtern und unter Umständen zu lebensbedrohlichen Situationen führen. 

Die klinische Depression muss bestimmte Kriterien erfüllen, die im DSM-IV (engl. für „Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen“) definiert sind.


Die Symptome einer Depression

Die Symptome der Depression:

  • Depressive Verstimmung: Traurigkeit, Depression, Hoffnungslosigkeit, manchmal Verschlechterung der Stimmung am Morgen
  • Müdigkeit, Verlust der Energie, Initiative und Kraft
  • Gefühle: Angst ist häufig ein charakteristisches Gefühl bei Depression. Manchmal aber gehen die Gefühle auch ganz verloren: Man fühlt nichts, keine Traurigkeit, keine Freude, Angst oder Glück.
  • Störungen im Denken: Probleme mit Konzentration und Gedächtnis, verlangsamtes Denken und Unentschlossenheit
  • Schuldgefühle, Selbstbeschuldigung und Selbstwertverlust

Verhaltensauffälligkeiten:

  • Sozialer Rückzug, Verlust des Interesses an der Umgebung
  • Verlust der Fähigkeit, Freude und Spaß zu empfinden
  • Körperliche Unruhe oder gehemmtes Verhalten
  • Verringerte Leistungsfähigkeit
  • Selbstmordgedanken / -tendenzen
  • Weinen

Körperliche Funktionen:

  • Essstörungen: verringerter oder erhöhter Appetit
  • Schlafstörungen: Einschlafschwierigkeiten, nächtliches Aufwachen, zu frühes Aufwachen oder einfach Lethargie
  • Sexuelle Funktionsstörungen: nachlassender Sexualtrieb (Libidoverlust)
  • Verstopfung oder Durchfall

Psychotische Symptome

Bei 10 bis 15% der Menschen mit Depression zeigen sich psychotische Anzeichen, d.h. Verzerrungen in der Realitätswahrnehmung. Diese äußeren sich meist in wahnhaften Vorstellungen. Der Inhalt dieser wahnhaften Vorstellungen hat meist einen direkten Bezug zur depressiven Stimmung: Die Themen werden dominiert von Gefühlen der persönlichen Unzulänglichkeit, Versagen, Schuld, Tod, Strafe oder Nihilismus.


Formen der Depression

Es gibt verschiedene Erscheinungsformen der Depression:

Bei einer unipolaren Depression fühlt sich der Betroffene über längere Zeit niedergeschlagen.

Bipolare Störungen sind durch episodische, nicht kontrollierbare Auslenkungen der Stimmung, der Aktivität und des Antriebes gekennzeichnet. Dabei können sich depressive Phasen mit Phasen der Hochstimmung (Manie) abwechseln oder überlagern. Eine veraltete Bezeichnung ist daher „Manisch-Depressive Erkrankung“.

Weltweit sind ca. 350 Millionen Menschen von Depression betroffen. Etwa 6% der Deutschen leiden aktuell an einer Depression oder waren davon kürzlich betroffen. Jeder siebte Deutsche wird im Verlauf seines Lebens mit einer depressiven Episode konfrontiert.


Einige Fakten zur Depression:

  • Sie ist die zweithäufigste Todesursache nach Herzerkrankungen und gilt als ein Hauptfaktor für die Entstehung von Herzerkrankungen.
  • Depressionen kommen bei Frauen doppelt so häufig vor, wie bei Männern. Sie beginnen meist im Alter von 25 bis 45 Jahren.
  • Weniger als 30 % der Betroffenen fühlen eine Verbesserung der Symptome, wenn sie Antidepressiva, wie Paxil (Paroxetin), Effexor (Venlafaxin), Cipramil (Citalopram), Remeron (Mirtazapin) oder Doxepin, einnehmen.
  • Depressionen führen häufiger zu Arbeitsunfähigkeit als jede andere Erkrankung und verursachen bei vielen Unternehmen spürbare „Produktivitätseinbußen“.
  • Weltweit rangiert die Depression auf Platz 4 der häufigsten Erkrankungen.

Ursachen der Depression

Es ist schwierig, eine einzelne Ursache für eine Depression zu benennen. Häufig ist es eine Kombination mehrerer Faktoren.

Biochemische Faktoren

Studien haben gezeigt, dass bei Depression das Gleichgewicht verschiedener Substanzen im Gehirn gestört ist (wie z. B. Serotonin, Noradrenalin oder der Wachstumsfaktor BDNF). Neuere Untersuchungen zeigen aber auch, dass ein reduzierter Serotonin-Spiegel allein zur Erklärung nicht ausreicht. Es hat sich außerdem gezeigt, dass Depressionen mit verschiedenen Mustern gestörter Hirnaktivität in Zusammenhang stehen, meist im Zusammenhang mit gestörter Kommunikation zwischen einzelnen Gehirnarealen.

Die Behandlung mit rTMS ist speziell auf die Wiederherstellung der Kommunikation zwischen den Gehirnregionen (Dorsolateraler Präfrontaler Kortex, Anteriorer Cingulus usw.) ausgerichtet.

Licht

Eine spezielle Form der Depression, die Saisonal-Affektive Störung, wird vor allem mit Mangel an Licht in der dunklen Jahreszeit in Verbindung gebracht. Mit einer Lichttherapie kann dieser Art der Depression begegnet werden.

Biogenetische Faktoren

Auch eine genetische Komponente spielt eine Rolle: Kinder von Eltern mit Depression sind dreimal häufiger gefährdet, selbst depressiv zu werden, als Kinder, deren Eltern nicht betroffen sind.

Psychosoziale Faktoren

Einschneidende Lebensereignisse, wie eine Scheidung, ein Todesfall, der Renteneintritt, aber auch die Geburt eines Kindes oder eine berufliche Beförderung können zur Entstehen einer Depression beitragen. Diese Situationen können ein hohes Maß an Anspannung und Stress verursachen.

Das soziale Umfeld kann aber auch einen positiven Einfluss auf die Depression haben. Eine stabile Partnerschaft, Freunde, die einen unterstützen sowie eine gute Arbeitsstelle können dem Leben eine Struktur geben und ein soziales Sicherungsnetz bilden.

Psychologische Faktoren

Das Verdrängen von schmerzhaften Gefühlen und Gedanken, die auf eine unverarbeitete traumatische Erfahrung (in der Kindheit) zurückzuführen sind, können die Entstehung einer Depression begünstigen.

Organische Faktoren

Bestimmte Medikamente und verschiedene Drogen (einige Bluthochdruckmedikamente, Beruhigungsmittel, Alkohol, Amphetamine, Kokain) können nachweislich Depressionen verursachen. Außerdem können einige körperlichen Erkrankungen (wie z.B. ein Schlaganfall) das Risiko einer Depression erhöhen. 

Informationen zur Therapie von Depression finden Sie unter Psychologische Beratung, EMDR oder rTMS bei Depression.

 


Behandlung der Depression

Es gibt verschiedene Behandlungsverfahren bei Depression:

  • Psychotherapie, einschließlich kognitiver Verhaltenstherapie (KVT)
  • rTMS (auch TMS genannt) 
  • EMDR, bei durch traumatische Ereignisse hervorgerufenen Depressionen
  • Antidepressiva (z.B. Paroxetin, Venlafaxin or Citalopram)

Weitere Informationen zur Behandlung von Depression finden Sie unter Therapie der Depression.